Vom Leben und Sterben. Und dass Aufgeben auch immer mit Vergeben zu tun hat

Wahrscheinlich jeder Imker kennt die Situation vor einem sterbenden Bienenvolk zu stehen. Nicht nur das erste Mal hinterlässt einen Stich im Herzen, man erinnert sich an jedes einzelne Volk, das einen verlässt. Und natürlich gehört es gerade zu Beginn der Imkerkarriere doch öfter mal dazu, sich eingestehen zu müssen, dass es trotz bestem Wissen und Gewissen einfach nicht geklappt hat. Habe ich auch wirklich alles versucht? Hätte ich etwas anders machen können? Eine Entscheidung anders treffen? Oder eine rückgängig machen? Bin ich SCHULD? Und warum um Himmels Willen wollten die Bienen denn nicht bei mir bleiben?? Das Gedankenkarussel dreht sich weiter und weiter und kommt doch zu keinem Ergebnis. Aber einfach aussteigen? Sich umdrehen und gehen? Vielleicht einfach neu anfangen und es nochmal versuchen? Kann ich den alten Platz einfach so mit neuen Wesen besetzen? Ist das nicht respektlos? An diesem Punkt meiner eigenen Reise schickte mir der Himmel tatsächlich eine Nachricht. Und er schickte sie per Instagram:



Manche Dinge können wir eben nicht dazu zwingen, dass sie so laufen, wie wir uns das wünschen. Vielleicht wollen sie uns etwas Bestimmtes zeigen, uns fühlen lassen, uns lehren, auf das innere Bauchgefühl zu hören, das so was völlig anderes sagt, als alle Lehrbücher. Oder das Gehen lassen schulen, das Aufgeben und das sich selbst vergeben. Denn es ist in der Tat völlig ok, wenn ein Wesen sich anders verhält als wir es von ihm erwarten. Es ist völlig ok, wenn jemand stärker ist als wir, höher, schneller, weiter springen kann als wir oder einfach andere Bedürfnisse hat, als die, die ich ihm im Augenblick erfüllen kann und will. Es ist völlig ok, wenn jemand anders denkt als wir, sich anders kleidet, anders spricht, betet, oder auch etwas anderes für richtig hält als wir. Deswegen ist ist das andere Wesen nicht besser oder schlechter oder dessen Leben auch nicht mehr oder weniger wert als meines. Und meines vor allem auch nicht weniger wert als seines! Denn alles, was geschieht, ist uns dienlich, alles geschieht zu dem einen Zweck, uns zu einem bestimmten Punkt unseres Schicksals zu bringen, an dem wir eine Rast einlegen können und zurückschauen. Dann aus dem Gesehenen lernen und mit den neuen Erkenntnissen den Weg fortsetzen. Let go. Das Geschehene ist Geschehen. Es ist gut so. Es musste genauso sein und hätte nie anders sein können. Forgive. Dir selbst und allen beteiligten. Du warst immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort und hast genau das Richtige getan. Make space. Lass den alten Weg hinter dir, bewege dich frei, lege dir selbst keine Fesseln an und mach Platz für Neues, es gibt noch so viel zu entdecken. Vielleicht sogar einen neuen Bienenschwarm im nächsten Frühjahr...

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